Die Ermittler glauben, dass die Verdächtigen Bargeld und Bitcoin (BTC) von etwa 6.000 Menschen in 44 Präfekturen, einschließlich Tokio, erhalten haben. 73 Opfer dieses Betrugs haben eine Sammelklage beim Tokioter Bezirksgericht eingereicht und fordern darin etwa 2,8 Mio. Euro Schadenersatz. Laut Asahi Shimbun haben sechs Männer die Vorwürfe bereits zugegeben, zwei andere leugnen sie nach wie vor.
Die Tokioter Polizei glaubt, dass die Verdächtigen versucht haben, durch den Einsatz von Kryptowährungen einer Strafverfolgung zu entgehen. Diese befinden sich laut der japanischen Finanzregulierung in einer "Grauzone". Wie die Finanzdienstleistungsbehörde FSA erläutert, werden digitale Währungen nicht als Wertpapiere betrachtet, und fallen damit nicht unter die derzeitigen Gesetze. Sie können jedoch anhand der Struktur der Investition reguliert werden, so die FSA.
Japan ist für seine Krypto-freundliche Haltung bekannt. An dieser Haltung hat sich auch trotz der massiven Hackangriffe auf die lokalen Kryptobörsen Coincheck und Zaif im Jahr 2018 nichts geändert.
Die FSA, die Betriebslizenzen für Kryptobörsen im Land ausstellt, hat der lokalen Kryptoindustrie im Oktober einen Selbstregulierungsstatus erteilt. Die japanische Vereinigung für virtuelle Währungsbörsen JVCEA darf den Raum überwachen.
Außerdem will ein japanischer Besteuerungsausschuss die Steuermeldepflicht für Kryptowährungen vereinfachen. Im Oktober haben die Mitglieder des Ausschusses über den derzeitigen Rechtsrahmen diskutiert und boten an, eine gründlichere Meldung der Gewinne durch Kryptowährungen zu fördern.