Ein Sprecher der Chinesischen Volksbank hat bereits bestätigt, dass die chinesische Zentralbank-Digitalwährung in ihrer Struktur gewisse Ähnlichkeiten zu Libra aufweist und dass die Konzeptionierung des Facebook Projektes im Nachhinein sogar noch Auswirkungen auf die Gestaltung des "digitalen Yuans" hatte.
Vom Justizministerium in die Kryptobranche
Katie Haun war als Bundesstaatsanwältin im amerikanischen Justizministerium tätig und hat dort in der Abteilung für nationale Sicherheit gearbeitet, wobei sie speziell für die Bekämpfung von Terrorismus, organisierter Kriminalität und sonstiger Kriminalität zuständig war. Im Zuge dessen kam sie auch mit Kryptowährungen in Berührung, als sie die Nutzung von Bitcoin (BTC) für Erpressungen untersucht hat.
Allerdings ist sie dabei zu dem Schluss gekommen, dass die Sichtweise eines Strafverfolgers auf Bitcoin fehlgeleitet ist, da dies gleichbedeutend wäre, als wenn man versuchen würde "Bargeld zur Rechenschaft zu ziehen". Dementsprechend hat sie 2015 eine Sonderkommission für Digitalwährungen gegründet, die als Anlaufpunkt für Strafverfolger und Behörden dienen sollte.
Im Rahmen dieser Arbeit hat Huan Schulungsseminare und Konferenzen in Abstimmung mit dem amerikanischen Finanzministerium, dem Finanzamt und weiteren Regierungsbehörden abgehalten. Außerdem hat sie an der renommierten Universität Stanford eine Lehrveranstaltung zum Thema Kryptowährungen betreut.
Nachdem Haun aus dem behördlichen Dienst ausgeschieden war, ist sie als erste weibliche Miteigentümerin bei der Vermögensverwaltung Andreessen Horowitz eingestiegen, die sich stark im Bereich Krypto-Investitionen engagiert. Zuvor saß sie im Aufsichtsrat der großen amerikanischen Kryptobörse Coinbase.
Libra gerät schon leicht ins Wanken
Die Kritik an Facebook Libra hat derweil erste Auswirkungen gezeigt, so hat sich der Zahlungsdienstleister PayPal wegen des heftigen politischen Gegenwindes vorerst aus der Libra Association zurückgezogen.
Wie Cointelegraph am 2. Oktober berichtet hatte, sorgen sich auch Visa, Mastercard und Stripe, ebenfalls potenzielle Mitglieder der Libra Association, um eine etwaige Rufschädigung durch das Projekt, allerdings sind diese Befürchtungen wohl noch nicht so weit fortgeschritten, dass sie einen Austritt ausgelöst haben.
Libra stößt seit seiner Vorstellung auf heftigen politischen Gegenwind in fast allen Ländern der Welt, wobei besonders die Angst im Raum steht, dass die Facebook Kryptowährung die Geldpolitik der Regierungen untergraben könnte.
Derweil bleibt die technische Entwicklung von Libra vorerst unberührt, weshalb jüngst ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Einführung erreicht werden konnte.
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