Laut der Bank besteht bereits ein breiter Konsens darüber, dass Verwahrungs- und Clearing-Dienste im Finanzsektor durch Blockchain-Technologie revolutioniert werden könnten. Auch im Bereich Trade Finance sieht die Deutsche Bank einen Haupt-Einsatzbereich. Die Abschaffung von Papier für die Abwicklung von Handelsfinanzierungen könnte die Bearbeitungszeit um zwei Stunden pro Transaktion verkürzen und die Compliance-Kosten um 30% senken, so das Institut.
Auf dem langen Weg bis zu einer breiten Implementierung sehen die Autoren aber auch die bestehenden Risiken. 90 Prozent aller Blockchain-Projekte werden scheitern und viele beschriebene Anwendungsfälle seien aktuell rein hypothetisch, so das Institut.
Was die globale Regulierung betrifft, sehen die Autoren einen hohen Grad an Fragmentierung, was einen grenzüberschreitenden Einsatz in vielen Bereichen erschwere oder unmöglich mache. In der EU stelle etwa die aktuelle Form der erst seit Mai 2018 geltenden Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ein Problem für die Datenverwaltung auf einer Blockchain dar. Es werden aber auch Lösungsansätze genannt.
Damit das Potential der Blockchain-Technologie maximal zum tragen kommen könne, sei aber eine Regulierung auf globaler Ebene nötig. Die Autoren schlagen dafür eine Initiative auf Ebene der G20vor.
Wie das Whitepaper verdeutlicht, wird die Blockchain-Technologie von Banken mittlerweile sehr ernst genommen. Negative Kommentare wie etwa von JPMorgan-CEO Jamie Dimon zu Bitcoinkönnen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der Finanzsektor bereits intensiv mit den Chancen und Risiken der neuen Technologie auseinandersetzt. Auch JPMorgan nutzt die Technologie bereits und hat mittlerweile 75 multinationale Banken auf einer eigenen Blockchain-Zahlungsplattform vereint.